atelier tschüss
florales, gestalten, wiederverwenden

blumen für die kunst 2023 – Aargauer Kunsthaus

Das Werk ist ein Gegenstück zu Lucie Schenkers „Rotation Grün“. Ausgangsmaterial ist Vogelgitter, das durch das Einweben von Tulpen zu einem textilen Gewebe wird – reduziert auf nur zwei Materialien.


Tulpengewebe: Die Tulpen erinnern an die Tulpenmanie im 17. Jahrhundert, damals die teuerste Blume, heute günstig, aber weiterhin ein Luxusprodukt. Dieses Spannungsverhältnis von High and Low spiegelt sich im Werk. Ohne Wasserversorgung trocknen die Tulpen aus und verlieren an Dichte, wodurch Dichtung und Transparenz sichtbar werden – zentrale Themen in Lucie Schenkers Arbeit.
Das Gewebe wird zu einem Möbius-Band verschweisst. Es hat kein Anfang, kein Ende und keine Seite – das Gegenteil von sterblichen Schnittblumen und von « Rotation Grün ».


Grüne Stiele symbolisieren Hoffnung, Aufrichtung und das Fortbestehen der Seele, violette Tulpen stehen für Liturgie, Magie und Mystik – Anklänge an Lucie Schenkers religiöse und mystische Bezüge.
Durch das Verschweissen der zweiseitigen Blüten- und Stielseite wird Dualität zu Non-Dualität. Grenzen verschwimmen, und ein kontinuierliches, endloses Objekt entsteht.

fotos: Werner Mäder